BLUE

Rob Papen - Erstveröffentlichung:25.08.2005

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Cover gross: BLUE

Blue bietet ein neuartiges Synthese-Konzept namens "Cross-fusion Synthesis", dass diverse Synthesemöglichkeiten in ein userfreundliches Bedienkonzept einbindet.

Dieser frische, neue Kreativ-Synth bietet FM-Synthese, Phase-Distortion-Synthese, Wave-Shaping-Synthese und natürlich subtraktive Synthese in einer einzigen Software !

-VST 2.0 und AU-PlugIn Synthesizer für PC und Mac

-6 Oszillatoren mit analogen, additiven und spektralen Wellenformen. Oszillator A und B bieten zusätzlich Pulsweitenmodulation und Symmetrie. Die Oszillatoren können vielfältig verknüpft werden, es stehen 32 Modulationseinstellungen zur Verfügung.
Die Oszillatoren können FM -oder Ringmoduliert werden, natürlich auch mit Hardsync. Sie können genauso duch die Filter wie auch durch die Effekte oder trocken direkt zu den Outputs geleitet werden.
Es stehen für alle üblichen Einstellungen eigene Fenster zur Verfügung.

-Blue hat 2 virtuell-analoge Stereo-multimode-Filter mit Flankensteilheiten von 6 bis 24dB. Als Typen hat man die Wahl zwischen HI/Lopass, Bandpass, Notch, Ring, Kammfilter und Formantfilter. Für die Filter gibt es umfangreichste Routing - und Modulationsmöglichkeiten.

-Blue hat gleich 9 Hüllkurven, die wichtigsten Zuordnungen sind bereits als Vorschlag vordefiniert. Dazu gibt es noch 4 freie Hüllkurven, die bis zu 32 Sektionen haben können, selbstverständlich graphisch editierbar. Zahlreiche Hüllkurven-Presets erleichtern die Arbeit.

-10 LFOs warten darauf modulieren zu können, natürlich auch MIDI-synchronisierbar. Auch hier gibt es einige fest zugeordnete Ziele als Vorschläge, um schneller arbeiten zu können.

-Die Modulationsmatrix hat es in sich: 12 Synthie -und 23 MIDI-Quellen können 103 Zielen zugeordnet werden.

-Natürlich hat Blue auch einen 32-Step-Sequencer mit allen üblichen Features.

-Ist der Klang zu sauber, kann die Instabilität alter Analoggeräte simuliert werden.

-Insgesamt ist der Blue 16-stimmig polyphon, mit individuell einstellbarer Notenanzahl pro Stimme.

-Abgerundet wird der Sound durch 2 Effektblöcke und einem Equalizer, die allesamt die klassischen Parameter aufweisen.

-Mit dem eingebauten Browser kann man bequem durch die 32 Preset-Bänke flanieren, die prall gefüllt sind mit den Klängen des Klangbastlers schlechthin - Rob Papen, der sich für viele Klangkreationen sowohl für Hard -als auch für Softwaresynths verantwortlich zeichnet.
 

 



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Testberichte


Beat 11/2005

Bekannt wurde Rob Papen hauptsächlich durch seine Klang-Kreationen für den Access Virus und verschiedener Sound-Erweiterungen für ROMpler-Hardware der Firma EMU. Mit dem Synthesizer Albino, entstanden in Zusammenarbeit mit Peter Linsener, wagte er sich zum ersten Mal in den Bereich der Software-Klangerzeuger vor. Während der Albino aber vor allem die charakteristischen "Papen"-Sounds durch ein recht gewöhnliches, virtuell-analoges Synthesizer-Konzept auf die Studio-Computer brachte, geht der Holländer mit Blue einen wesentlichen Schritt weiter.

Form follows function follows form

Der Blue ist recht ungewöhnlich aufgebaut. Seinen Urspung findet das Klangmaterial in sechs (!) Oszillatoren, die neben klassischen
Wellenformen wie etwa Sägezahn und Sinus auch diverse Hybrid-Wellen zur Auswahl bieten. Zusätzlich werden additiv erzeugte Wellenformen und digitale Spektren geboten. Die beiden ersten Oszillatoren bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die Symmetrie der Wellenform zu ändern und die Pulsweite zu modulieren (PWM). Für jeden der sechs Oszillatoren kann über den Parameter Phase Distortion deren Signal bereits auf Oszillator-Ebene verändert werden. Im Ergebnis sind damit beispielsweise Filter-ähnliche Verläufe realisierbar. Alternativ kann über den Waveshaper dem Oszillator-Ausgangssignal eine andere Form aufgezwungen werden. Wie sind diese sechs Oszillatoren verschaltet? Nun, der Blue nennt sich nicht ohne Grund "Cross-Fusion"-Synthesizer. In der Algorithmus-Ansicht des Displays kann die Verdrahtung flexibel über ein Menü konfiguriert werden, wobei auch diverse Mischformen zwischen FM und "klassisch-analoger"Struktur möglich sind. 32 verschiedene Verschaltungen sind dabei möglich. Welche Oszillatoren an den Audio-Ausgang geschaltet sind und welche als Modulator Verwendung finden, wird über eine entsprechende Grafik dargestellt. Desweiteren gehören auch Hardsync und Ringmodulation zum Repertoire des Blue. Blue bietet zwei Multimode-Filter, die sowohl seriell als auch parallel betrieben werden können. Neben den Standards Hoch- und Tiefpass bietet Blue auch Bandpass und Bandsperre sowie ein Formant- und Kamm-Filter-Modell. Die Ausgangssignale können wahlweise durch einen, beide oder keinen der integrierten Multieffekte geleitet werden. Recht interessant wird die Blue-Synthese auf dem Gebiet der Modulation. Die Modulationsmatrix bietet insgesamt 20 Slots, wobei pro Slot eines von etwas mehr als 100 Zielen moduliert werden kann.
Sowohl interne Modulatoren wie etwa Hüllkurven und LFOs, aber auch durch externe MIDI-Befehle wie etwas Pitchbend und Aftertouch können als Quelle dienen. Satte zehn LFOs, sechs davon auf die üblichen Verdächtigen vor-verdrahtet (Filter, PWM, Tremolo,...) sorgen für Bewegung im Sound. Die vier übrigen Niederfrequenzoszillatoren können über die Modulationsmatrix einem beliebigen Ziel zugewiesen werden. Aber nicht nur die Anzahl an LFOs ist beeindruckend. Auch bei den Hüllkurven wurde geklotzt, statt nur zu kleckern. Das ist systembedingt auch unanbdingbar, da für jeden der sechs Oszillatoren eine eigene Hüllkurve für den zeitlichen Verlauf der FM- und/oder Ringmodulations-Parameter bereitsteht. Detail am Rande: Sollen sich die Oszillatoren wie ganz gewöhnliche subtraktiv-analoge Modelle verhalten, ist die entsprechende Hüllkurve einfach auszuschalten. Je eine weitere Hüllkurve steht für die beiden Filter zur Verfügung. Eine weitere fest zugewiesene Envelope dient der Steuerung der Lautstärke. Während die vorgenannten Hüllkurven nach dem  AHDSR-Schema arbeiten, bieten die Multi-ENVs bis zu 16 Steps. Das Quartett der
Multi-ENVs wird über Modulationsmatrix in die Synthese eingebunden, wobei dies Hüllkurven ähnlich wie LFOs eingesetzt werden können. Weitere Besonderheit: Die Multi-Hüllkurven sind loop-fähig, können zum Host-Tempo synchronisiert werden und dürfen zur erneuten Verwendung abgespeichert werden. Darüber hinaus existieren auch schon diverse Hüllkurven-Ausformungen in der Werksbibliothek. Blue bietet interne Sequenzer. Der dreifach ausgeführte Step-Sequenzer dient der Erstellung von Steuerdaten zur Verwendung als Modulations-Quelle in der Mod-Matrix. Ein weiterer Sequenzer dient der Programmierung von Notenabfolgen, die bis zu 32 Schritte lang sein können, quasi ein "Über-Arpeggiator". Der FX-Bereich bietet zwei Multi-Effekte, wobei jeder Effekt-Block als Delay, Chorus, Phaser, Flanger, Distortion, Reverb oder LowFi-FX
betrieben werden kann.

Sonne und Schatten 

Die Benutzer-Oberfläche des Blue macht Spaß. Die eine Hälfte des Plug-In-Fensters zeigt immer den Osc- und Filter-Bereich. Die andere Hälfte arbeitet wie ein grafikfähiges LC-Display, das Zugang zu den unterschiedlichsten Parameter des Blue über 12 Seiten bietet. Das erste Augenmerk bei einem Synthesizer aus der Feder eines Sound-Designers liegt auf den mitgelieferten Klängen. Druckvolle Bässe finden sich dort ebenso wie warme, volle Pads und percussive Sounds. In den Werkssounds werden die Möglichkeiten des Blue eindrucksvoll dargeboten, ohne dabei den praktischen Nutzen der Klänge außen vor zu lassen. Auch wenn es ans Eingemachte geht, zeigt sich der neue Papen von seiner Schokoladen-Seite. 

Das Finale

Der Blue ist etwas besonderes, denn er ist ein Software-Synthesizer neuer Machart. Auch wenn der Weg zum eigenen Klang durch seine FM-Features etwas steiniger ist als bei vielen anderen Synthesizern, lohnt es sich anhand seines Klang-Potenzials, sich in den Blue hineinzudenken. Ein gelungener Einstieg für Rob Papens neue Unternehmung namens ConcreteFX!   Testbericht: BLUE  Beat 11/05 Bekannt wurde Rob Papen hauptsächlich durch seine Klang-Kreationen für den Access Virus und verschiedener Sound-Erweiterungen für ROMpler-Hardware der Firma EMU. Mit dem Synthesizer Albino, entstanden in Zusammenarbeit mit Peter Linsener, wagte er sich zum ersten Mal in den Bereich der Software-Klangerzeuger vor. Während der Albino aber vor allem die charakteristischen "Papen"-Sounds durch ein recht gewöhnliches, virtuell-analoges Synthesizer-Konzept auf die Studio-Computer brachte, geht der Holländer mit Blue einen wesentlichen Schritt weiter.

Form follows function follows form

Der Blue ist recht ungewöhnlich aufgebaut. Seinen Urspung findet das Klangmaterial in sechs (!) Oszillatoren, die neben klassischen
Wellenformen wie etwa Sägezahn und Sinus auch diverse Hybrid-Wellen zur Auswahl bieten. Zusätzlich werden additiv erzeugte Wellenformen und digitale Spektren geboten. Die beiden ersten Oszillatoren bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die Symmetrie der Wellenform zu ändern und die Pulsweite zu modulieren (PWM). Für jeden der sechs Oszillatoren kann über den Parameter Phase Distortion deren Signal bereits auf Oszillator-Ebene verändert werden. Im Ergebnis sind damit beispielsweise Filter-ähnliche Verläufe realisierbar. Alternativ kann über den Waveshaper dem Oszillator-Ausgangssignal eine andere Form aufgezwungen werden. Wie sind diese sechs Oszillatoren verschaltet? Nun, der Blue nennt sich nicht ohne Grund "Cross-Fusion"-Synthesizer. In der Algorithmus-Ansicht des Displays kann die Verdrahtung flexibel über ein Menü konfiguriert werden, wobei auch diverse Mischformen zwischen FM und "klassisch-analoger"Struktur möglich sind. 32 verschiedene Verschaltungen sind dabei möglich. Welche Oszillatoren an den Audio-Ausgang geschaltet sind und welche als Modulator Verwendung finden, wird über eine entsprechende Grafik dargestellt. Desweiteren gehören auch Hardsync und Ringmodulation zum Repertoire des Blue. Blue bietet zwei Multimode-Filter, die sowohl seriell als auch parallel betrieben werden können. Neben den Standards Hoch- und Tiefpass bietet Blue auch Bandpass und Bandsperre sowie ein Formant- und Kamm-Filter-Modell. Die Ausgangssignale können wahlweise durch einen, beide oder keinen der integrierten Multieffekte geleitet werden. Recht interessant wird die Blue-Synthese auf dem Gebiet der Modulation. Die Modulationsmatrix bietet insgesamt 20 Slots, wobei pro Slot eines von etwas mehr als 100 Zielen moduliert werden kann.
Sowohl interne Modulatoren wie etwa Hüllkurven und LFOs, aber auch durch externe MIDI-Befehle wie etwas Pitchbend und Aftertouch können als Quelle dienen. Satte zehn LFOs, sechs davon auf die üblichen Verdächtigen vor-verdrahtet (Filter, PWM, Tremolo,...) sorgen für Bewegung im Sound. Die vier übrigen Niederfrequenzoszillatoren können über die Modulationsmatrix einem beliebigen Ziel zugewiesen werden. Aber nicht nur die Anzahl an LFOs ist beeindruckend. Auch bei den Hüllkurven wurde geklotzt, statt nur zu kleckern. Das ist systembedingt auch unanbdingbar, da für jeden der sechs Oszillatoren eine eigene Hüllkurve für den zeitlichen Verlauf der FM- und/oder Ringmodulations-Parameter bereitsteht. Detail am Rande: Sollen sich die Oszillatoren wie ganz gewöhnliche subtraktiv-analoge Modelle verhalten, ist die entsprechende Hüllkurve einfach auszuschalten. Je eine weitere Hüllkurve steht für die beiden Filter zur Verfügung. Eine weitere fest zugewiesene Envelope dient der Steuerung der Lautstärke. Während die vorgenannten Hüllkurven nach dem  AHDSR-Schema arbeiten, bieten die Multi-ENVs bis zu 16 Steps. Das Quartett der
Multi-ENVs wird über Modulationsmatrix in die Synthese eingebunden, wobei dies Hüllkurven ähnlich wie LFOs eingesetzt werden können. Weitere Besonderheit: Die Multi-Hüllkurven sind loop-fähig, können zum Host-Tempo synchronisiert werden und dürfen zur erneuten Verwendung abgespeichert werden. Darüber hinaus existieren auch schon diverse Hüllkurven-Ausformungen in der Werksbibliothek. Blue bietet interne Sequenzer. Der dreifach ausgeführte Step-Sequenzer dient der Erstellung von Steuerdaten zur Verwendung als Modulations-Quelle in der Mod-Matrix. Ein weiterer Sequenzer dient der Programmierung von Notenabfolgen, die bis zu 32 Schritte lang sein können, quasi ein "Über-Arpeggiator". Der FX-Bereich bietet zwei Multi-Effekte, wobei jeder Effekt-Block als Delay, Chorus, Phaser, Flanger, Distortion, Reverb oder LowFi-FX
betrieben werden kann.

Sonne und Schatten 

Die Benutzer-Oberfläche des Blue macht Spaß. Die eine Hälfte des Plug-In-Fensters zeigt immer den Osc- und Filter-Bereich. Die andere Hälfte arbeitet wie ein grafikfähiges LC-Display, das Zugang zu den unterschiedlichsten Parameter des Blue über 12 Seiten bietet. Das erste Augenmerk bei einem Synthesizer aus der Feder eines Sound-Designers liegt auf den mitgelieferten Klängen. Druckvolle Bässe finden sich dort ebenso wie warme, volle Pads und percussive Sounds. In den Werkssounds werden die Möglichkeiten des Blue eindrucksvoll dargeboten, ohne dabei den praktischen Nutzen der Klänge außen vor zu lassen. Auch wenn es ans Eingemachte geht, zeigt sich der neue Papen von seiner Schokoladen-Seite. 

Das Finale

Der Blue ist etwas besonderes, denn er ist ein Software-Synthesizer neuer Machart. Auch wenn der Weg zum eigenen Klang durch seine FM-Features etwas steiniger ist als bei vielen anderen Synthesizern, lohnt es sich anhand seines Klang-Potenzials, sich in den Blue hineinzudenken. Ein gelungener Einstieg für Rob Papens neue Unternehmung namens ConcreteFX!  

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Blue bietet ein neuartiges Synthese-Konzept namens "Cross-fusion Synthesis", dass diverse Synthesemöglichkeiten in ein userfreundliches Bedienkonzept einbindet. Dieser frische, neue Kreativ-Synth bietet FM-Synthese, Phase-Distortion-Synthese, Wave-Shaping-Synthese und natürlich subtraktive Synthese in einer einzigen Software !
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