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Historic Winds I
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Erstveröffentlichung: 01.12.2016

Historic Winds I

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Fünf instrumentale Raritäten der Renaissance und Barockzeit

Egal ob Sie ein Anhänger der historischen Aufführungspraxis sind oder nach neuen, inspirierenden Klangquellen suchen – Historic Winds I ist die perfekte Wahl! Diese Collection bietet Aufnahmen von fünf instrumentalen Raritäten der Renaissance und Barockzeit: Traversflöte, Barockoboe, Oboe da caccia, Ophikleide und Serpent.

Die Traversflöte (Ital.: flauto traverso) gilt als Vorform der modernen Querflöte. Obwohl ihr Vorkommen bereits im 12. Jhdt. In Mitteleuropa nachgewiesen werden konnte, erreichte sie ihre Hochblüte im Barock. Im Gegensatz zur modernen Querflöte verfügt die Traversflöte lediglich über eine Klappe und einen Tonumfang von ca. 2 ½ Oktaven. Als Materialien kamen Grenadil, Buchsbaum sowie Eben- und Olivenholz zum Einsatz. Der Klang der Traversflöte ist weicher und leiser als jener der modernen Querflöte und ähnelt mehr der Blockflöte. Heute werden Traversflöten im Rahmen der sogenannten „historischen Aufführungspraxis“ wieder vermehrt eingesetzt.

Die Barockoboe trat Mitte des 17. Jhdts. in Erscheinung und verfügt wie die moderne Oboe über ein Doppelrohrblatt zur Klangerzeugung. Sie deckt das hohe Sopranregister von c1 bis d3 ab, weshalb das Instrument im Französischen auch als „hautbois“ („hohes Holz“) bezeichnet wird. Im Gegensatz zur modernen Oboe verfügt die Barockoboe lediglich über drei Klappen. Um den Tonumfang nach oben zu erweitern ist die Technik des „Überblasens“ erforderlich – hierbei wird der Luftstrom entsprechend beschleunigt, um die höherliegenden Töne der harmonischen Skala anzusprechen.

Die Oboe da caccia („Jagdoboe“) deckt das Altregister der Barockoboe ab und ähnelt sowohl von ihrer gebogenen Bauform als auch aufgrund der relativ großen Stürze aus Messing dem Jagdhorn. Das Instrument ist in F gestimmt und klingt somit eine Quinte tiefer als die Oboe. Bach verlangt in vielen seiner Kantaten und Passionen (u.a. auch im Weihnachtsoratorium) nach einer Oboe da caccia. Als direkter Nachfolger gilt das Englischhorn.

Die Ophikleide zählt mit ihrer konischen Bohrung wie die Tuba zur Gruppe der Bügelhörner. Das Blechblasinstrument wurde 1817 vom französischen Instrumentenbauer Jean Hilaire Asté erfunden und ersetzte den als überholt empfundenen Serpent im Orchester der Romantik. Dem Namensursprung nach ist die Ophikleide ein „Serpent mit Klappen“ (griech.: ophis = Serpent, kleis = Klappen). Das becherförmige Mundstück ähnelt jenem der modernen Posaune oder dem des Euphoniums. Die wohl berühmteste Verwendung der Ophikleide findet sich in Berlioz „Symphonie Fantastique“, aber auch Wagner und Verdi setzten das Instrument ein. In der brasilianischen Choro-Musik hielt sich die Ophikleide sogar bis weit ins 20. Jahrhundert, bis sie von der Tuba bzw. dem Saxophon abgelöst wurde. Überlieferungen zur Folge ist die Ophikleide ein direkter Vorfahre des Saxophons, nachdem Adolphe Sax im Zuge einer Reparatur eine Ophikleide mit einem Rohrblatt-Mundstück versehen haben soll und Gefallen an dem Klang fand.

Der Serpent (lat.: serpens = Schlange) besticht alleine durch seine unverwechselbare optische Erscheinung. Das Instrument wurde im 16. Jhdt. In Frankreich erfunden und deckt das Bassregister der Zinkenfamilie ab (Details zum Zink entnehmen Sie bitte der Historic Winds II-Collection). Wie beim Zink kommt auch beim Serpent als Material lederumwickeltes Holz zum Einsatz, das Mundstück ähnelt jenem der Posaune oder Tuba, weshalb der Serpent auch als Vorläufer der Tuba gilt. Die Holzbauweise und die Tatsache, dass lediglich 6 Grifflöcher und keine Klappen vorhanden sind, macht eine eindeutige Zuordnung zu den Holz- oder Blechblasinstrumenten schwierig. Mitte des 18. Jhdts. fand der Serpent Einzug in die Militärmusik und in das Orchester, wo es sich aufgrund seiner Durchsetzungskraft bis Mitte des 19. Jhdts. hielt. Viele Komponisten des Barock, der Klassik und auch Romantik setzten den Serpent ein, z. B. Händel (Feuerwerks- und Wassermusik), Haydn, Mozart, Beethoven, Mendelssohn (in „Ein Sommernachtstraum“), Berlioz (in seiner „Symphonie Fantastique”), sowie Wagner (in der Oper „Rienzi“). Im 20. Jhdt. wurde der Serpent von einigen Filmmusik-Legenden wiederentdeckt: So setzte Bernard Hermann im Film „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1959) einen Serpent ein, Jerry Goldsmith wiederum kreierte damit „außerirdische“ Klangwelten für Ridley Scotts legendären Sci-Fi Horrorfilm „Alien“ (1979). Der Serpent gilt als außerordentlich schwierig zu spielen und seine Beherrschung erfordert viel Übung und Kraftanstrengung vom Musiker. Selbst unter idealen Bedingungen ist es nicht leicht, dem Instrument einen konstant schönen Ton zu entlocken. So wurde der Serpent durch die Ophikleide und später durch Kontrafagott, Horn, Posaune oder Euphonium ersetzt.

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