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12.07.2022

Sounddesigner Tobias Menguser im Interview

tobias menguser interview

Unsere Freunde vom Beat-Magazin haben Best Service Dark Horizon, by Sonuscore angetestet und unserer Bass-Library eine Bewertung von 5 1/2 von 6 spendiert. Zudem gab es ein spannendes Interview mit Dark Horizon Sounddesigner Tobias Menguser, das uns die Beat-Redaktion freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen!

Zu finden ist der ganze Artikel in Ausgabe 07/2022 des Beat-Magazins.

Wie entstand die Idee zu Dark Horizon?
Tobias: Ich kenne die Jungs von Sonuscore bereits viele Jahre aufgrund unserer Zusammenarbeit bei Native Instruments (dort war ich u.a. eine Zeit lang für Komplete verantwortlich) und nutze auch gerne deren BOOM-Sample-Librarys.

Beim Sichten der BOOM Library namens Dirt Bikes habe ich mich gefragt: Könnte ich auf Basis dieser coolen Motorrad-Sounds ein innovatives, spielbares Bass-Instrument bauen? Natürlich waren weitere Samples notwendig, aber die Grundidee wurde durch Dirt Bikes getriggert.

Kannst du das Konzept von Dark Horizon kurz erläutern?
Tobias: Wir hatten vier Kategorien von Multi-Samples definiert, die sich als vier Layer frei kombinieren und mit Kontakt-Parametern weiter bearbeiten lassen. Diese vier Kategorien sind grob zusammengefasst:

In Dirt Bikes finden sich die Motorrad-Samples aus der gleichnamigen BOOM Library wieder, allerdings habe ich die Samples extrem bearbeitet, resynthetisiert, durch Bodentreter gejagt etc.

Für die Kategorie Synthesized habe ich meine Eurorack- und Buchla-Modularsysteme genutzt, auf einige seltene Synths zurückgegriffen (Synclavier, Schmidt Synth etc.) und voluminöse tiefe Bässe aus Recordings von akustischen Bässen gebaut, die ebenfalls stark bearbeitet wurden.

Für Orchestral habe ich mich aus dem Sample-Pool der Instrumente von Best Service The Orchestra, by Sonuscore bedient und Samples aus den tiefen Lagen wieder durch meine Modular-Systeme und Bodentreter gejagt.

Dirt & Noises – ich denke, der Name sagt schon alles. Beispiele sind Samples auf Basis von Metallgeräuschen, rostigen Werkzeugen, alten Computer-Floppy-Drives, 8-Bit-Vocal-Fragmenten oder Geräuschen von einem kaputten Aufzug.

Die Kombination dieser ungewöhnlichen Klangquellen macht den Charme und den Sound von Dark Horizon aus.

Welche Klangquellen hast du für die Library gesamplet und wie hast du sie bearbeitet?
Tobias: Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich hier bei uns auf Mallorca mein recht großes Studio mit vielen Synths und einer „19’’-Wand“ aus Effektgeräten besitze. Jedes genutzte Gerät aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich für jedes Multi-Sample mehrere Bearbeitungsschritte gehe, über alte Kompressoren aus den 70ern bis hin zu modernsten Granular-Software-Tools. Ich habe also mehr als genug Equipment benutzt, um die Sounds für Dark Horizon zu bauen.

Jedes Sample in Dark Horizon ist ein Bounce aus mehreren Spuren und Effekt-Wegen – also das, was die meisten Musikproduzenten an Spuren für einen kleinen Song anlegen würden (lacht).

Hast du ein paar Tipps, wie man das Beste aus Dark Horizon herausholt?
Tobias: Das Instrument ist ja so konzipiert, dass die enthaltenen Presets bereits versuchen, das volle Potenzial des Instruments zu erschließen. Also einfach durch die Presets inspirieren lassen und unbedingt das Mod-Wheel nutzen und diese Bewegungen im Song-Verlauf automatisieren.

Die Auswahl und Kombinationsmöglichkeiten der Samples sowie die dynamischen Bearbeitungsmöglichkeiten mit Arpeggiatoren, Filtern und Effekten machen Dark Horizon sehr vielseitig. Meine Lieblings-Presets sind in der Kategorie „Lowest Textures“ zu finden.

Grundsätzlich liefert das Instrument inspirierende Sounds für sowohl moderne Club- und Pop-Musik als auch für die Bildvertonung vom Hobby-Video bis hin zum Blockbuster.

Du arbeitest bereits seit den 1990er-Jahren als Sounddesigner. Was reizt dich an dieser Tätigkeit?
Tobias: Wenn ich Musik höre, begeistern mich immer wieder Klänge, die gewisse Stimmungen und Gänsehaut-Momente bescheren. Und in der glücklichen Lage zu sein, Musikproduzenten solche Klänge zu liefern, ist das Größte für mich!

Neben dem Bau von Instrumenten für Heavyocity, Softube, Steinberg, Arturia, Sonuscore und anderen designe ich ja auch Sounds für US-Movie-Trailer. Und da ist es immer wieder toll, seine eigenen Sounds in Star-Wars- oder Avengers-Trailern zu hören.

Hier finden sie mehr Infos zu Best Service Dark Horizon, by Sonuscore.

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